Anfang des 19. Jahrhunderts war der bisherige Sitz der Familie
von Stralendorff abgerissen worden. 1860 ließ Franz von Stralendorff durch den aus Wismar stammenden Architekten G. H. Thormann das heutige Schloss Gamehl im neogotischen Stil errichten. Es war Mittelpunkt einer großen Gutsanlage mit zahlreichen Nebengebäuden.


Gamehl war und blieb über 600 Jahren ununterbrochen - mit Ausnahme
der DDR-Zeit - Stammsitz und Mittelpunkt der Familie.

Der Baumeister versah das Gebäude mit einem für den neogotischen Stil typischen Turmbau, mit originellen Ziegelornamenten und Bogenfenstern. Im Innenbereich wurden die Räume reich mit Stuck sowie Parkett und Holzdielenböden ausgestattet.

Bis 1945 blieb Schloss Gamehl Sitz der Familie, letzter Schlossherr war Joachim von Stralendorff. 2000 wurde Schloss Gamehl von Dagmar von Stralendorff wieder erworben. Das Gebäude wurde in mehrjähriger aufwändiger Arbeit restauriert. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, den Ziegelbau und seine Innenräume in der originalen Struktur mit allen charakteristischen Stilelementen und in den ursprünglichen Formen und Farben wiedererstehen zu lassen.

Der Name "Gamehl" läßt sich von der wendischen Bezeichnung für "Hügel" ableiten und weist auf die erhöhte Lage des Ortes hin.

Seit nahezu 800 Jahren ist die Familie von Stralendorff mit Mecklenburg verbunden. 1246 wurde der Name zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ahnherr der Familie ist Heinrich von Stralendorff.

Ein weiterer Vorfahr der Familie ist Claus von Stralendorff, der im 13. Jahrhundert mit ins Heilige Land zog und dort zum Ritter geschlagen wurde. Sein Sohn Heino hat in Abwesenheit von Herzog Heinrich von Mecklenburg zusammen mit Dietrich von Oertzen ab 1271 über 30 Jahre lang das Land regiert.

Seit dem 16. Jahrhundert traten Mitglieder der Familie vermehrt in den Dienst ausländischer Höfe. Joachim von Stralendorff zum Beispiel ging mit Sofia, der Gemahlin von König Friedrich von Dänemark, als Kammerjunker nach Dänemark. Leopold und Peter Heinrich von Stralendorff brachten es im 17. Jahrhundert bis zum Reichsvizekanzler des Römischen Reichs Deutscher Nation.

Viele Güter gingen der Familie verloren und neue kamen hinzu. Einzig das Stammgut Gamehl blieb nahezu 600 Jahre im Besitz der Familie.

Das Wappen der Familie zeigt einen gespaltenen Schild. Auf der einen Hälfte des Schildes sind drei schräge Pfeile (strale) abgebildet, im anderen Feld die Hälfte eines achtspeichigen Rades. Auf älteren Abbildungen des Wappens ist über dem Schild ein Helm mit einem senkrecht aufgerichteten weiteren Pfeil angebracht, der an der Spitze mit einem Pfauenwedel als Hinweis auf die Marschallswürde versehen ist.

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